Dipl.-Ing. Klaus Hafer |

Tiefgarage Wartung

Für die Beurteilung muss als erstes der Tragwerksplaner Festlegungen treffen.

Hier die Punkte, die wichtig sind für die Wartung:

  • Rissbreitenbegrenzung
  • Bewegung auch aus spätem Zwang
  • Oberflächenzugfestigkeit
  • Zugänglichkeit für spätere Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen
  • Durchbiegung im Endzustand
  • Gefälle
  • Chloridbelastung

Das Merkblatt Parkhäuser sagt folgendes aus:

  1 2 3 4 5 6 7
1 Variante Variante A Variante B Variante C
2 Beschrei­bung ohne flächiges Ober­flächen­schutz­system oder ohne Abdichtung (jedoch mit besonderer Maß­nahme bei Rissen und Fugen) mit flächigem Ober­flächen­schutz­system d) mit flächiger, riss­über­brückender Abdichtung und Schutz­schicht d)
3 Unter­variante A1 A2 B1 B2 C1 C2
riss­vermeidende Bau­weise lokaler Schutz der Risse und Fugen b) (z. B. riss­über­brückende Bandage) voll­flächig starr beschichtet: OS 8 mit begleitender Riss­behandlung b) (z. B. riss­über­brückende Bandage) voll­flächig riss­über­brückend beschichtet: OS 10 mit Nutz­schicht oder OS 11 OS 10 oder unter­lauf­sichere c) bahnen­förmige Abdichtung, jeweils mit Dichtungs- und Schutz­schicht aus Guss­asphalt unterlauf­sichere c) zwei­lagige bahnen­förmige Abdich­tung mit Schutz­schicht
4 Entwurfs­grund­satz a c c b a, b a, b
5 Exposi­tions- und Feuchtig­keits­klasse XD3, XC4, WA
(ggf. XF2 oder XF4)
XD1, XC3, WF
(ggf. XF1)
XC3, WF
(ggf. XF1)
6 Mindest­beton­deckung cmin Beton­stahl 40 mm
Spann­stahl 50 mm
Beton­stahl 40 mm
Spann­stahl 50 mm
Beton­stahl 20 mm
Spann­stahl 30 mm
7 Inspek­tion a) jährlich in den ersten 5 Jahren, danach mindestens:
alle 2 Jahre jährlich jährlich jährlich alle 2 Jahre alle 2 Jahre

a) Für alle Varianten ist ein Instandhaltungsplan im Sinne der DAfStb-Richtlinie Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen [R1] erforderlich.

b) Planung und Ausführung des dauerhaften lokalen Schutzes von Rissen und Fugen nach DAfStb-Richtlinie Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen [R1].

c) Voraussetzung für die Unterlauf­sicherheit einer direkt auf dem Betonuntergrund aufgebrachten Abdichtungsschicht ist eine vollflächige, dauerhaft kraftschlüssige Verbindung zur Betonunterlage. Der Betonuntergrund ist dazu vor Aufbringen der Abdichtungsbahn durch Kugelstrahlen vorzubereiten und mit Epoxidharz zu behandeln (Verfahren und Stoffe nach ZTV ING [R60], Teil 7, Abschnitt 1:2003-01, Abschnitt 2:2010-04, Abschnitt 3:2003-01).

d) Alternative Produkte oder Bauarten sind möglich, wenn deren Gleichwertigkeit mit den Oberflächen­schutz­systemen oder Abdichtungen nachgewiesen wird.

Anmerkung: Sobald die in Vorbereitung befindliche DAfStb-Instandhaltungs-Richtlinie bauaufsichtlich eingeführt ist, ist diese als Grundlage der Planung, Ausschreibung und Ausführung von Oberflächen­schutzsystemen zu verwenden.

Alternativen sind nur zulässig mit abZ oder einer Bauartgenehmigung, Zulassung im Einzelfall.

Die Beschichtungen, die hier betrachtet werden, werden nur gemäß Tragwerksplanung, Rissvermeidung oder Rissverteilung appliziert. Rissbildung mit planmäßiger, nachträglicher Behandlung sind nicht geeignet für Beschichtungen.

Wenn Rissbildung mit planmäßiger, nachträglicher Behandlung geplant wird, muss dem Bauherren mitgeteilt/vereinbart werden, „ dass Risse nicht zu vermeiden sind und es zu Veränderungen der Ansicht der Fahrbahnfläche durch Rissbandagen oder farblichen Veränderungen durch das Nacharbeiten kommt.“ Wenn Fahrflächen unter 2,5 % Gefälle geplant werden, muss dies ebenfalls vereinbart werden, da ein erhöhter Reinigungsaufwand entsteht.

Die Beschichtungen OS8 oder OS11 Systeme (OS5 wird nicht weiter betrachtet, genauso Abdichtungen nach DIN 18532-6) müssen wie folgt ausgeführt werden:

  • Untergrund Vorbehandlung mit Haftzugwerten i.M. 1,5 N/mm²
  • Bei OS8 Beschichtungen i.M. 2,0 N/mm²
  • Feuchtemessung mit einem CM-Gerät abgestimmt auf das Beschichtungs­system
  • Systemgrundierung
  • OS8 oder OS11 Beschichtung
  • Hochzug min. 150 mm über eine Kehle in Fahrgassen und an allen Stützen 500 mm

OS10 und OS11 Systeme, sowie Abdichtungen nach DIN 18532 können Rissbreiten bis 0,30 mm überbrücken.

OS8 kann keine Risse überbrücken.

Zur Rissbehandlung ist diese schon in der Neubau­phase mit auszu­schreiben. Die Beschichtung ist so spät wie möglich aufzubringen.

Spätestens nach dem Kugel­strahlen, das zur Vorbereitung der Beschichtung immer notwendig ist, sind die Risse zu erkennen. Die Risse sind dann in Abhängig­keit wie folgt zu erfassen:

  • Rissbreiten, Rissbreiten­änderungen und Risstiefen,
  • Biege- und/oder Trennrisse,
  • statische oder dynamische Risse,
  • wasserführend oder trocken.

Zu der Wartung ist dann ein Inspektions-Wartungs­vertrag abzuschließen und dem Bauherrn zur Verfügung zu stellen, auch schon in der Planungs­phase mit ca. Kosten.

In dem Vertrag muss zwingend Folgendes stehen:

  • Entwurfsgrund­satz mit Rissverteilung
  • Oberflächenschutzsystem (Nach den Vergaben mit Datenblättern und der kompletten Dokumentation der Verarbeitung)
  • Wartungs­intervall (Ich empfehle 2 Begehungen pro Jahr in den ersten 3 Jahren, danach 1 Begehung. Jedes Jahr müssen aber direkt die Risse überarbeitet werden.
  • Dokumentation des mechanischen Verschleißes, Entwässerungs­einrichtungen und der Fugenfunktionen.
  • Ablösungen, Risse und eventuelle Korrosionen sind nach den Begehungen zu überarbeiten oder zu reparieren.

Die Punkte wie Farbunterschiede, Erhöhung der Dicke durch die Rissbandagen usw. sind dem Bauherrn separat mitzuteilen.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Gez. Klaus Hafer

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