Die Neue Anforderung an Absturz auf Dächern legt fest, wie die Mindestausstattung zur Absturzsicherung anhand von Wartungsintensität und Personengruppe bestimmt wird.
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Neue Anforderung an Absturz auf Dächern: Welche Mindestausstattung ist wirklich erforderlich?

Dächer sind heute regelmäßig genutzte Arbeitsflächen, etwa für Photovoltaik, Klima- und Lüftungstechnik oder Begrünung. Genau deshalb ist die Neue Anforderung an Absturz auf Dächern in der Planung so wichtig. Die passende Absturzsicherung ergibt sich nicht aus einzelnen Anschlagpunkten, sondern aus einer Matrix, die Wartungshäufigkeit und Nutzergruppe zusammenführt. In der Praxis führen Fehleinschätzungen hier oft zu Nachrüstungen, die sich mit sauberer Vorplanung vermeiden lassen.

Wartungsintensität und Personengruppe bestimmen die Klasse

Für die Einstufung zählt die Wartungsintensität alle Gewerke zusammen. Daraus werden drei Nutzungsstufen abgeleitet.

  • Hohe Wartungsintensität mit mehr als sechs Begehungen pro Jahr. Arbeiten sind unabhängig von Tageszeit und Witterung vorgesehen.
  • Mittlere Wartungsintensität mit bis zu sechs Begehungen pro Jahr. Arbeiten erfolgen in Abhängigkeit von Tageszeit und Witterung.
  • Geringe Wartungsintensität mit bis zu zwei Begehungen pro Jahr. Arbeiten erfolgen in Abhängigkeit von Tageszeit und Witterung.

Entscheidend ist zusätzlich, wer das Dach betritt. Für Personen ohne Unterweisung im Umgang mit PSA gegen Absturz ist durchgängig die Ausstattungsklasse A vorgesehen. Für PSA-unterwiesene Personen gilt die Staffelung nach Nutzungsstufe, bei hoher Intensität Klasse A, bei mittlerer Intensität Klasse B und bei geringer Intensität Klasse C.

Warum einzelne Anschlagpunkte nicht automatisch genügen

Die Klassen B und C basieren auf PSA-gestützten Systemen. Das ist nur dann praxistauglich, wenn Organisation und Randbedingungen stimmen. Es sind nur geplante Arbeiten zulässig, Alleinarbeit ist ausgeschlossen und ein Rettungskonzept inklusive Rettungsgerät muss vorhanden sein. Zusätzlich ist je nach Systemkombination und Herstellervorgabe ein hindernisfreier Sturzraum erforderlich. Liegt dieser nicht vor, muss in den betroffenen Bereichen ein Rückhaltesystem eingesetzt werden, das den Sturz über die Kante verhindert.

Klasse A als robuste Betriebsstandard-Lösung

Klasse A setzt auf kollektive Schutzeinrichtungen und ist immer dann konsequent, wenn das Dach häufig genutzt wird oder wenn auch nicht unterwiesene Personen Zugang haben können. Typisch sind Umwehrungen mit 500 N/m, alternativ Seitenschutzsysteme mit 300 N/m, wenn höhere Lasten konstruktiv nicht realisierbar sind. Der zentrale Vorteil liegt in der Betriebssicherheit, weil Arbeiten auch ungeplant und unabhängig von Tageszeit und Witterung möglich bleiben.

Fazit

Die Neue Anforderung an Absturz auf Dächern ist keine Materialliste, sondern eine Entscheidungssystematik. Wer früh festlegt, wie oft das Dach tatsächlich betreten wird und welche Personengruppe dort arbeitet, reduziert Haftungsrisiken und verhindert, dass Wartung im Ernstfall an fehlenden organisatorischen oder baulichen Voraussetzungen scheitert.

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