Die Oberflächen­zugfestigkeit von Beton spielt für die Abdichtung und Instand­setzung von Konstruktions­flächen eine entscheidende Rolle. Zur Sicher­stellung eines tragfähigen Untergrundes wird entsprechend der DIN EN 1542 die Oberflächen­zugfestigkeit mittels genormtem Prüfverfahren hergestellt. Durch Aufkleben eines genormten Prüfstempels wird mit einem servo­hydraulischen Haftzuggerät die maximale Zugkraft bis zum Versagen der Betonschicht gemessen.

Die DIN 18532 „Abdichtung von befahrbaren Verkehrs­flächen aus Beton“ beschreibt in Teil 1 die Notwendigkeit zur Ermittlung der Abreiß­festigkeit. Zur Sicherstellung der Oberflächen­zugsfestigkeit sind Vorbehandlungen mit mechanisch abtragenden Maßnahmen herzustellen. Zur uneingeschränkten Nutzung von nachfolgenden Schichten müssen nach DIN aus den Einzelwerten, Mittelwerte von 1,5 KN/mm² sowie 1,0 KN/mm² erzeugt werden.

Gemäß unseren Feststellungen und den Haftungen auf Betondecken ergeben sich hier folgende Werte:

  • Haftzugswerte bei Estrichen von 1,0 KN/mm²
  • Haftzugswerte bei Asphalt von 0,8 KN/mm²
  • Haftzugswerte bei Betondecken – hier reichen gemäß unserer Erfahrung auch 0,8 – 1,0 KN/mm² aus.

Bei der zu beurteilenden Bruchfläche wird unterschieden zwischen einem Adhäsionsbruch (zwischen Kleber und Beton) und einem Kohäsionsbruch (im Beton). Je nach Beurteilung durch den Sachverständigen und Versagensart können folgende Zusatzmaßnahmen getroffen werden:

Vor Durchführung der Untersuchung sind die klimatischen Randbedingungen zu messen und in Prüfprotokoll einzutragen.

Klimatische Bedingungen

In den Untergrund wird mittels Diamant­bohrkrone eine Probefläche maximal 15mm tief gebohrt.

Bohrtiefe

Anschließend wird die Betonfläche vorab mit einer Stahlbürste gereinigt, um grobe Verschmutzungen zu entfernen und mittels Acetonreiniger von Staub befreit. Der Prüfstempel mit einem Durchmesser von 50mm wird mittels Kleber auf die gereinigte Fläche aufgebracht.

Kleber, Prüfstempel

Prüfstempel

Nach einer Warte- und Erhärtungszeit von ca. 20 Minuten kann das Prüfgerät an den Prüfstempel gesetzt werden. Bei kontinuierlicher Kraftanstiegs­geschwindigkeit wird der Stempel bis zum Versagen vom Untergrund gezogen. Bei unseren Prüfungen arbeiten wird mit dem Gerät proceq dy-206, welches eine höchst­aufzubringende Kraft von 6 kN erzielt.

Prüfung, Gerät

Die gemessenen Kraftwerte werden in das Prüfprotokoll zur späteren Auswertung eingetragen. Der Prüfstempel wird zur Analyse vom Gerät gelöst. Bei der Unterschung werden die Versagensarten Kohäsion und Adhäsion unterschieden. Das Kohäsionsversagen bezeichnet das Versagen innerhalb einer Schicht, beispielsweise Beton.

Kohäsionsversagen

Bei dem Adhäsionsversagen löst sich die Probe zwischen den Schichten, beispielsweise zwischen Kleber und Beton.

Hauptsächlich Adhäsionsversagen

Die Versagensarten werden ebenfalls mit Prozentanteil in das Prüfprotokoll eingetragen. Bei der Auswertung wird die Abreißkraft durch den Probendurchmesser von 1963 mm² geteilt. Hieraus ergibt sich der Einzelwert der Probe, welcher mindestens 1,0 N/mm² betragen muss. Aus den Einzelwerten der Proben wird er Mittelwert gebildet. Dieser muss einen Wert von mindestens 1,5 N/mm² erreichen.